Einen spannenden Einblick in die vielfältige und anspruchsvolle Arbeit der Forstwirte der Verbandsgemeinde erhielten die Fachbereichsleitungen gemeinsam mit ihren Stellvertretungen und Bürgermeisterin Alexandra Marzi bei einem Besuch vor Ort im Frühjahr dieses Jahres.
Erste Station war das Materiallager mit Aufenthaltsraum, täglicher Ausgangs- und Anlaufpunkt für die Forstwirte. Bereits um 6 Uhr morgens beginnt hier der Arbeitstag. Neben Werkzeugen und Maschinen lagern dort unter anderem Holzlatten, die für den Bau von Gattern verwendet werden. Die Gatter schützen junge Bäume vor Verbiss durch Rehwild und Wildschweine. Gerade aufgrund der in den vergangenen Jahren entstandenen Kahlflächen wurden zahlreiche neue Bäume gepflanzt, die nun geschützt werden müssen, um ungehindert wachsen zu können.
Wo größere Schutzkonstruktionen nicht möglich sind, greifen die Forstwirte auf Kunststoffrohre zurück, die einzeln über die jungen Pflanzen gesetzt werden. Sowohl Gatter als auch Einzelschutz müssen regelmäßig kontrolliert werden, da sie beispielsweise von Wildschweinen des Öfteren beschädigt werden. Während Gatter nach sechs bis sieben Jahren von selbst verrotten, halten die Kunststoffrohre etwa zehn Jahre und müssen anschließend fachgerecht entsorgt werden.
Auch die Pflege der jungen Bestände ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit. Durch regelmäßigen Freischnitt wird konkurrierende Vegetation entfernt, sodass die jungen Bäume ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe erhalten. Sobald die Bäume eine Höhe von etwa 10 bis 20 Metern erreicht haben, wird entschieden, welche Exemplare bestehen bleiben und welche zugunsten eines gesunden Waldwachstums entnommen werden.
Nach der theoretischen Einführung ging es für die Besuchergruppe in den Wald. Dort stand ein echtes Highlight bereit, das Holzrückefahrzeug. Das 238 PS starke Fahrzeug kann bis zu sechs Tonnen Holz bewegen und wird von nur einer Person gesteuert. Aufgrund der nicht ungefährlichen Arbeit ist der Maschinenführer mit einem persönlichen Notrufsystem ausgestattet. Dieses setzt automatisch einen Notruf ab, wenn der Nutzer mehr als 45 Grad von der Vertikalen abweicht und diese Position über einen definierten Zeitraum (z. B. 30 Sekunden) beibehalten wird.
Den Abschluss des Außenbesuchs bildete eine Baumfällung, die aus sicherer Entfernung beobachtet werden konnte. Dabei erklärten die Forstexperten anschaulich die angewendete Schnitttechnik und die notwendigen Schritte, um einen Baum gezielt und sicher zu Fall zu bringen. Eine besondere Herausforderung stellte in diesem Fall eine Esche dar, da diese Baumart beim Fällen dazu neigt, unkontrolliert in der Mitte zu reißen. Zum Glück ging alles reibungslos über die Bühne und im Anschluss konnte sich bei einem kleinen Imbiss noch ausgetauscht werden.
Der Besuch machte deutlich, wie vielseitig, verantwortungsvoll und zugleich körperlich anstrengend die Arbeit im Forst ist – und wie viel Fachwissen und Erfahrung notwendig sind, um den Wald nachhaltig zu bewirtschaften und für kommende Generationen zu erhalten.
Herzlichen Dank an die Kollegen vor Ort für die umfangreichen Einblicke und die anschaulichen Erklärungen über die Arbeitsabläufe beim Forst.

