Ein voller Erfolg für den Kinderschutz in der Region: Über 700 Kindergarten- und Grundschulkinder aus den Verbandsgemeinden Wirges, Montabaur und Ransbach-Baumbach lernten in den vergangenen Tagen, eigene Grenzen wahrzunehmen und ihr Bauchgefühl zu stärken.
Den Auftakt der Aktion bildete ein hybrider Elternabend in Wirges, bei dem Erziehungsberechtigte im Vorfeld praktische Hinweise erhielten, wie sie Kinder im Alltag unterstützen und vor Gefahren schützen können. Anschließend folgten insgesamt 17 Aufführungen des Präventionstheaters „Pfoten weg!“, verteilt auf die drei beteiligten Verbandsgemeinden. Im Bürgerhaus Wirges sowie an weiteren Standorten lernten die Kinder von der Kita bis zur 3. Klasse spielerisch und altersgerecht, wie sie unangenehme Situationen erkennen, Nein sagen und wo sie Unterstützung finden.

Spielerische Aufklärung auf Augenhöhe
Seit 2003 ist Gründerin Irmi Wette mit ihrem Präventionstheater „Pfoten weg!“ deutschlandweit unterwegs, um Kinder zu stärken und über die Gefahren sexualisierter Gewalt aufzuklären. Ihre zentrale Botschaft ist so simpel wie essenziell: Kinder haben das Recht, Nein zu sagen, sie dürfen ihren eigenen Gefühlen vertrauen, und vor allem – sie tragen niemals Schuld und müssen sich für nichts schämen.
Das pädagogische Konzept richtet sich an Vier- bis Achtjährige. Gemeinsam mit den Katzenfiguren lernen die Kinder, eigene Grenzen wahrzunehmen und den Mut aufzubringen, sich Vertrauenspersonen anzuvertrauen. Gleichzeitig werden Eltern sowie pädagogische Fachkräfte aktiv für das Thema sensibilisiert.
Starker Schulterschluss von Kommunen, Rotary und Kirche
Möglich gemacht wurde die Veranstaltungsreihe durch den Rotary Club Montabaur und seinen gemeinnützigen Förderverein. Bei einer Handtaschenbörse im März schafften die Rotarier die finanzielle Basis: Durch den Verkauf gespendeter Handtaschen flossen 4.000 Euro Erlös direkt in die Finanzierung des Präventionsprojektes.
Auch von kommunaler Seite erfuhr das Projekt herausragende Unterstützung: Verbandsbürgermeisterin Alexandra Marzi und Stadtbürgermeister Markus Schlotter hoben die Bedeutung präventiver Bildungsangebote für die gesunde Entwicklung von Kindern hervor. Gemeinsam stellten die beteiligten Verbandsgemeinden und Städte die Veranstaltungsräume kostenfrei zur Verfügung.
Publikumsmagnet: Familienaktionstag im Bürgerhaus Wirges
Ein besonderer Höhepunkt war der öffentliche Familienaktionstag am Samstag, 15. August, im Bürgerhaus Wirges. Bei freiem Eintritt erlebten zahlreiche Familien eine zusätzliche Vorstellung des Figurentheaters. Ergänzt wurde die Aufführung durch ein buntes Rahmenprogramm mit Bastel- und Mitmachangeboten sowie Informationsständen rund um den Kinder- und Jugendschutz.
Auch kirchliche Vertreter zeigten vor Ort Präsenz und unterstrichen die Wichtigkeit der Aktion. So begleiteten Beate Mauer (Pastoralreferentin & Präventionsbeauftragte der Pfarrei Wirges), Thomas Baecker (Sexualpädagoge & Kita-Koordinator im Bistum Limburg) sowie Sylvia vom Holt (Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Wirges) die Veranstaltungen und setzten ein gemeinsames Zeichen für den Kinderschutz in den Gemeinden.
Großer Dank gilt der Stadt Wirges und Stadtbürgermeister Markus Schlotter für die Gastfreundschaft und die unkomplizierte Bereitstellung des Bürgerhauses als zentralem Veranstaltungsort der Aktionstage.
Wichtige Anlaufstellen für Betroffene & Hilfesuchende
Wenn Kinder, Eltern oder Lehrkräfte Rat, Hilfe oder vertrauliche Unterstützung bei Fragen zum Kinderschutz benötigen, stehen kompetente Partner zur Seite:
- DRK-Kinderschutzdienst Westerwald: Regionale Fachstelle und vertrauliche Anlaufstelle bei Verdacht auf körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen im Westerwaldkreis 02661 – 209 469 00
- Deutscher Kinderschutzbund (DKSB): Bundesweite Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern (www.kinderschutzbund.de).

