Am 1. Oktober 2026 kamen die Mitglieder des Verbandsgemeinderates zusammen, um über die 1. Nachtragshaushaltssatzung der Verbandsgemeinde Wirges zu beschließen.
Bürgermeisterin Alexandra Marzi stellte dazu zunächst die Kernpunkte der Veränderungen zum ursprünglich beschlossenen Haushalt für 2026 vor. Demnach lässt sich eine Verbesserung um rd. 20 Tsd. Euro im Gesamtergebnishaushalt verzeichnen. Der bisher eingeplante Jahresüberschuss in Höhe von 45.647 Euro steigt auf 66.236 Euro.
Im Gesamtfinanzhaushalt ergibt sich ein Finanzmittelfehlbetrag in Höhe von 4.817.204 Euro. Dieser fällt damit rd. 2 Mio. Euro höher aus als im Ursprungshaushalt geplant. Dies ist zurückzuführen auf rd. 1 Mio. geringere investive Einzahlungen, die insbesondere aus der Verschiebung von Landeszuweisungen resultieren. Dem entgegen stehen höhere investive Auszahlungen, die sich aus Mittelübertragungen aus dem Vorjahr (520 Tsd. Euro), Auszahlungsverschiebungen ins Jahr 2027 (200 Tsd. Euro) und Auszahlungsveränderungen (560 Tsd. Euro) ergeben. Letztere sind zum Großteil auf den schnelleren Baufortschritt der Mensaerweiterung der Grundschule Wirges (415 Tsd. Euro) und durch höhere Kosten für die Errichtung der Trafostation für die Stromversorgung der Grundschule Siershahn (135 Tsd. Euro) zurückzuführen.
Den Finanzmittelfehlbetrag (4.817.204 Euro) und die ordentlichen Tilgungsleistungen (113.700 Euro) kann die Verbandsgemeinde nur teilweise aus den vorhandenen liquiden Mitteln finanzieren. Zur Verfügung stehen rd. 1,5 Mio. Euro aufgrund des positiven Finanzergebnisses aus 2025. Der restliche Betrag (rd. 3,4 Mio. Euro) muss durch Fremdmittel (Investitionskredit) ausgeglichen werden. Im Vergleich zum Ursprungshaushalt erhöht sich daher die voraussichtliche Investitionskreditaufnahme um insgesamt 491.807 Euro.
Die 1. Nachtragshaushaltssatzung mit Nachtragshaushaltsplan und Anlagen der Verbandsgemeinde Wirges für das Jahr 2026 wurde durch den Verbandsgemeinderat einstimmig verabschiedet.
Der nächste Tagesordnungspunkt sah die Vorstellung des Abschlussberichts zur kommunalen Wärmeplanung für die VG Wirges vor. Diese erfolgte durch Bjarne Heidelberg von EMCEL Ingenieurbüro für Brennstoffzelle, Wasserstofftechnologie und Elektromobilität sowie Klimaschutzmanagerin Anica Breiden.
Das Ausführungsgesetz in Verbindung mit dem Wärmeplanungsgesetz verpflichtet die Verbandsgemeinde Wirges bis zum 30. Juni 2028 einen Wärmeplan zu erstellen. Dem hat der Verbandsgemeinderat Wirges vorgegriffen und im Oktober 2023 die Konzepterstellung einer kommunalen Wärmeplanung für das gesamte Verbandsgemeindegebiet beschlossen. Die Ergebnisse aus der Analyse zur kommunalen Wärmeplanung dienen der VG zur Ableitung konkreter Maßnahmen im Rahmen der Wärmewendestrategie.
Auf Basis einer Bestands- und Potenzialanalyse wurde ein räumlich differenziertes Zielszenario für 2040 entwickelt. Der Stadtkern Wirges und der Ortskern Dernbach sind Fokusgebiete für mögliche Wärmenetze. Die Ortskerne Mogendorf, Siershahn und Staudt werden als Prüfgebiete für Wärmenetze und die Industriegebiete in Wirges, Siershahn und Mogendorf als Prüfgebiete für Wasserstoff ausgewiesen. Die übrigen Gebiete mit geringer Wärmedichte sollen vor allem mit Wärmepumpen, Pelletheizungen oder hybriden Lösungen versorgt werden und sind als Einzelversorgungsgebiet ausgewiesen. Es ist festzuhalten, dass die Einteilung in potenzielle Versorgungsgebiete keine rechtliche oder praktische Verpflichtung zur Nutzung oder Bereitstellung bestimmter Wärmeversorgungsarten nach sich zieht. Sie dient lediglich der Orientierung und stellt keine bindende Festlegung dar.
Allerdings zeigt sie auf, welche Potenziale und Möglichkeiten innerhalb der Verbandsgemeinde gesehen werden, um eine Klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 zu erreichen. Dazu bietet die Verbandsgemeinde Ihren Bürgerinnen und Bürgern Unterstützung in Form von Informationsveranstaltungen und kommunalen Förderprogrammen, wie zum Beispiel dem aktuell laufenden Energie-Check für Hauseigentümer. Zudem lud die Verbandsgemeinde alle Interessierten am 8. Oktober ab 17:30 Uhr ins Bürgerhaus Wirges zur Vorstellung der kommunalen Wärmeplanung ein.

