Unmittelbar nach dem gemeinsamen Gebet beginnen mehrere Tausend junge Muslime an über 280 Orten damit, Straßen, Plätze und Parks von den Überresten der Silvesternacht zu befreien. Was vor rund drei Jahrzehnten als kleine Initiative begann, ist heute eine etablierte bundesweite Neujahrsaktion und ein starkes Zeichen zivilgesellschaftlichen Engagements für das Stadtbild.
Auch in Wirges beteiligen sich die jungen Mitglieder der Jugendorganisation an dieser Aktion. Am Morgen des 1. Januar 2026 treffen sie sich zum gemeinsamen Friedensgebet und befreien anschließend Straßen sowie öffentliche Plätze von den Überresten der Silvesternacht. Diese Maßnahme erfolgt in enger Abstimmung mit der Stadt. Florian Jungbluth, zuständig für Stadtsauberkeit und Umwelt, begleitete die Aktion. „Das ehrenamtliche Engagement der Jugendlichen ist ein wertvoller Beitrag für ein sauberes Stadtbild und ergänzt die Arbeit der kommunalen Dienste zum Jahresbeginn“, so Herr Jungbluth. Die Aktion in Wirges ist vollständig ehrenamtlich getragen und steht allen Interessierten offen, die mitwirken möchten.
Die bundesweite Aktion wird seit vielen Jahren von mehreren Tausend Mitgliedern in den lokalen Ortsgruppen getragen – regelmäßig auch mit breiter zivilgesellschaftlicher Unterstützung. Die mehr als 280 Ortsgruppen arbeiten vollständig ehrenamtlich, stimmen sich mit den kommunalen Behörden ab und laden befreundete Initiativen, Vereine und freiwillig Engagierte zur Mitwirkung ein.
„Seit nahezu 30 Jahren beginnen unsere Mitglieder das neue Jahr mit einem Friedensgebet und einem sichtbaren Beitrag für ihre Städte. Gerade in den vergangenen Tagen wurde kontrovers über das Stadtbild und Fragen der Zugehörigkeit diskutiert. Die Antwort unserer Mitglieder ist klar: Als junge Muslime sind sie Teil dieses Stadtbildes und übernehmen Verantwortung. Das Friedensgebet am Morgen des 1. Januars ist für uns ein Moment der Besinnung – ein Gebet für Frieden, für Stabilität und für das Überwinden von menschengemachten Krisen. Das Neujahrsprojekt steht symbolisch für unseren Anspruch, unsere Heimatorte nicht nur zu bewohnen, sondern aktiv mitzugestalten. Unsere Jugendarbeit orientiert sich an Werten wie Selbstlosigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Gemeinsinn. Der Einsatz für das direkte Umfeld ist daher ein natürlicher Bestandteil unserer Arbeit“, erklärt Imtiaz Ahmad Shaheen, Bundesvorsitzender der Ahmadiyya Muslim Jugendorganisation.
Wie stark diese Tradition trägt, zeigt die inzwischen in über 280 Städten erfolgende Teilnahme von mehr als 15.000 Jugendlichen – auch in Wirges soll die Aktion künftig fortgeführt und weiterentwickelt werden.
Kurzinformation zur AMJ
Die Ahmadiyya Muslim Jamaat KdöR wurde 1889 in Qadian (Indien) als Reformgemeinde im Islam gegründet. Seither setzt sie sich für Frieden, Toleranz, die Wahrung der Menschenrechte auf jedem Gebiet des menschlichen Lebens und eine Trennung von Politik von Religion ein. In Deutschland gehört die AMJ zu der ältesten und zu den größten islamischen Organisationen und hat als erste islamische Gemeinde auch den Körperschaftsstatus des öffentlichen Rechts erlangt.
Die Ahmadiyya Muslim Jugendorganisation ist mit über 12.000 aktiven Mitgliedern einer der ältesten und größten muslimischen Jugendverbände Deutschlands. Mit dem Selbstverständnis als Teil der deutschen Zivilgesellschaft initiiert die Jugendorganisation Dialog- und Aufklärungsinitiativen, Benefizläufe zugunsten von Hilfsorganisationen oder die Straßenkehraktion zum Neujahr.

