Ortsansicht Ebernhahn

ortsgemeinde ebernhahn


Ortsgemeinde Ebernhahn

Urkundlich zum ersten Mal eindeutig im Jahre 1324 als Evernhan erwähnt, gehört Ebernhahn zu den jüngeren Westerwalddörfern und tritt im Verlauf des Mittelalters kaum in Erscheinung. Nach den verheerenden Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) zählte es zusammen mit dem benachbarten Siershahn gerade noch 42 Einwohner.

Ebernhahn, dessen Name sich aus dem althochdeutschen Wort hag für „Gehege“ oder „Hain“ herleitet (übersetzt also etwa: „zum Gehege des Ebers gehörig“), stand bis 1803 unter kurtrierischer, dann unter nassauischer, ab 1866 schließlich unter preußischer Verwaltung und zählt seit 1971 zur Verbandsgemeinde Wirges, seit 1974 zum Westerwaldkreis mit der Kreisstadt Montabaur.

Mitte des 19. Jahrhunderts hielt die Industrie Einzug in die Gemeinde, allen voran die tonfördernden Betriebe. Mit der Industrialisierung nahm der Ort, wie alle Gemeinden des Kannenbäckerlandes, eine rasante Aufwärtsentwicklung: Zählte Ebernhahn im Jahre 1818 gerade einmal 241 Einwohner, so waren es um die Jahrhundertwende schon etwa 500.

Da die großen Tonbetriebe allesamt von außen nach Ebernhahn drangen, entwickelte sich als notwendige Reaktion darauf am Ort selbst das Fuhrgewerbe, das über das Ende des Tonabbaus in der Gemarkung hinaus bis heute in Form von großen Personenverkehrs- und Lasttransportunternehmen den wichtigsten Träger der örtlichen Wirtschaft darstellt.


"Erdgräber" Statue
Erdgräber - Statue

Das "weiße Gold der Erde", der Ton, wurde von fleißigen Einwohnern gefördert und wanderte in der Hauptsache als begehrter Rohstoff in die Fabriken des Kannenbäckerlandes und zum Teil ins Ausland. Wer nicht als "Erdgräber" im Tonschacht oder Tagebau arbeitete, der konnte sein Gold durch den Abtransport des Tones verdienen. 1935 hatte ein Bewohner von Ebernhahn zum ersten Mal seinen Fuhrbetrieb mit Pferden auf LKW umgestellt. Die Erwerbs- und Sozialstruktur hat sich damit zugunsten der Einwohner erheblich verbessert.

Die wirtschaftliche Struktur der Ortsgemeinde hängt im wesentlichen von den ortsansässigen Speditionen ab.


Ein Schulgebäude bestand schon seit 1834 und wurde 1899 um- und ausgebaut. 1921 unterrichteten dort ein Lehrer und eine Lehrerin zusammen 121 ausschließlich katholische Schüler. Seit 1971 beherbergt das Gebäude den katholischen Kindergarten.




1871 errichtete man die erste Kapelle; 1902 wurde Ebernhahn zur eigenständigen Kapellengemeinde ernannt. Mit großer Sorgfalt und viel Arbeitseifer erbauten die Ebernhähner 1911 eine eigene Kirche mit Zwiebelturm, die 1958 erweitert und 1965 durch den heutigen Glockenturm ergänzt wurde. 1921 wurde Ebernhahn zur Pfarrvikarie, 1964 zur Pfarrei erhoben und zählt heute zusammen mit dem benachbarten Dernbach zum Pfarreienverband Wirges. Sein Kirchweihfest begeht der Ort alljährlich am ersten Sonntag im Mai.

Gemälde der Kirche in Ebernhahn
Gemälde der Kirche in Ebernhahn


Am 11. März 1945 fiel der Ort einem schweren Bombenangriff durch die U.S. Air Force zum Opfer, bei dem über 50 Menschen ums Leben kamen und 32 Gebäude, darunter auch die Schule, völlig zerstört wurden.

Seit 1971 besteht zwischen Ebernhahn und der französischen Gemeinde Marolles les Braults im Departement de la Sarthe eine Partnerschaft, die 1975 aufgrund der äußerst regen familiären und kulturellen Begegnungen durch die deutsch-französische Kulturstiftung in Bonn mit dem 3. Bundespreis ausgezeichnet wurde.

Gemeindezentrum Ebernhahn
Gemeindezentrum Ebernhahn

1977 finanzierte die Gemeinde allein den Bau einer Mehrzweckhalle, der "Rosenheckhalle", die seitdem viele große Veranstaltungen und Feierlichkeiten gesehen hat. 1994 wurde sie durch ein Gemeindezentrum ergänzt.

Seinen großen Bekanntheitsgrad verdankt die Gemeinde neben den rund 30 ortsansässigen Firmen und Betrieben sicher auch dem regen Vereinsleben, besonders dem seit 1880 bestehenden, vielgeehrten Männergesangverein "Thalia", dem 1913 gegründeten Musikverein, dem Thalianer-Chor sowie den Wanderfreunden Ebernhahn, deren aller Ruf weit über die Landesgrenzen hinaus reicht.

Daneben bieten weitere Vereine wie die Freiwillige Feuerwehr mit Jugendwehr, die Deutsch-Französische Gesellschaft, der Tennisclub 77 und der Tennisverein Blau-Weiß, der Fußballverein FSV, die Spielgemeinschaft "Alte Herren", die Kath. Frauengemeinschaft, der Kirchenchor und der Schäferhundeverein ein breitgefächertes Angebot vielseitiger Aktivitäten.

Die Gemarkung Ebernhahn umfasst heute 335 ha, davon sind 116 ha Wald mit markierten Wanderwegen und Ruheplätzen sowie einem Grillplatz, die nicht nur Einheimischen, sondern auch erholungssuchenden Gästen den Reiz und die Eigenart der Westerwälder Landschaft erschließen.


Ehrenbürger

Seit 30.09.1955 - Prälat Christian Stuhlmann

Seit 30.09.1955 – Pfarrer Dr.  Dr. Wilhelm Stuhlmann

Seit ………………. – Pfarrer Klein; geboren 28.05.1901, verstorben 08.06.1957

Seit 15.06.1962 – Lehrerin Anna Paul, geboren 14.02.1888, verstorben 04.02.1973

Seit ………………. -  Pfarrer Joseph Hein, geboren 17.02.1892, verstorben 18.02.1970

März 2005 – Lehrer Hubert Braun, geboren 13.02.1920, verstorben 15.01.2019




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