Kläranlage Aubach

Die Verbandsgemeinde Wirges hat durch die Erweiterung der Kläranlage Aubach die Entwässerungsgebiete Wirges, Dernbach, Siershahn, Ebernhahn, Ötzingen, Staudt, Leuterod, Moschheim und Bannberscheid zusammen gelegt.

Die sanierungsbedürftigen Kläranlagen Wirges - Siershahn und Ebernhahn sind durch diese Maßnahme entbehrlich geworden und wegfallen. Das im Kanalnetz des Entwässerungsgebietes gesammelte Abwasser wird über Verbindungssammler der Kläranlage Aubach zugeführt und nach einer effizienten Klärung als Wasser in den Aubach eingeleitet.

Die Konzentration der modernen Verfahrenstechnik in der Kläranlage Aubach optimiert Reinigungsleistung, Personal und Sachmitteleinsatz.

Nach langer Planungsarbeit, rund 2-jähriger Bauzeit und einem Investitionsaufkommen in Höhe von 6.000.000 Euro ist die Kläranlage einsatzbereit.

Die komplizierten Steuerungsprozesse der Kläranlage laufen weitgehend automatisch ab, sie müssen aber ständig von den Mitarbeitern kontrolliert werden.

Hierbei wird die mechanische Reinigung des Abwassers mit einer biologischen Klärung kombiniert.

Der Aufbau der Kläranlage im Überblick:
Bild Aufbau Kläranlage

1. Betriebsgebäude (Altanlage)

Das vorhandene Betriebsgebäude wurde entsprechend den Erfordernissen durch die Kläranlagenerweiterung umgebaut. Hier befindet sich die zentrale Schaltwarte zur Überwachung und Steuerung der Anlage.

Weiterhin befinden sich im Betriebsgebäude ein Labor zur Abwasseruntersuchung, Sozial- und Sanitärräume, sowie Lager- und Technikräume und eine Werkstatt.

Bild Sammler

2. Zulaufpumpwerk

Während das anfallende Abwasser aus Richtung Dernbach und Wirges der Kläranlage im freien Gefälle zugeführt werden kann, wird topographisch bedingt das Abwasser aus Richtung Staudt über ein Pumpwerk auf Kläranlagenniveau angehoben.

3. Zulaufmengenmessung

Die gesamte zulaufende Abwassermenge wird über eine Venturi-Messrinne in Verbindung mit einem Ultraschallsensor ermittelt. Gleichzeitig kann hier die Beschaffenheit des Abwassers über diverse Messungen und Probenahmen überwacht werden. Die gewonnenen Daten werden zur Steuerung der Kläranlage benötigt.

4. Rechengebäude

Im Rechengebäude befindet sich eine Abwasserfeinrechenanlage mit Rechengutwaschpresse. Hier werden alle Grobstoffe, die den Kläranlagenbetrieb stören würden zurückgehalten und über eine Absackvorrichtung dem Container zugeführt. Der Containerinhalt wird auf der Mülldeponie entsorgt. Weiterhin befindet sich im Rechengebäude eine Sandwaschanlage, die den anfallenden Sand aus dem nachfolgenden Sandfang von organischen Bestandteilen befreit und entwässert. Der abgeschiedene Sand wird in einem Container gesammelt und kann weiterverwendet werden.

Außerdem sind in einem separaten Raum verschiedene Steuereinheiten für die neuen Anlagenteile untergebracht.

5. Belüfteter Sand- und Fettfang

Die Abscheidung von mineralischen Abwasserinhaltsstoffen, Fetten, sowie von Schwimmstoffen erfolgt im belüfteten Langsandfang mit integrierter Fettfangrinne. Der abgesetzte Sand wird mittels eines Längsräumers in einen Sammeltrichter geräumt. Von dort wird das Sand-/Wassergemisch mittels Druckluft zur weitergehenden Behandlung in die Sandwaschanlage im Rechengebäude gefördert.

Anfallende Schwimm- und Leichtstoffe werden im Fettsammelschacht zwischengelagert und bei Bedarf mittels Saugwagen entnommen und zur weitergehenden Entsorgung abgefahren.

Nach der bisher ausschließlich mechanischen Reinigung erfolgt im Ablauf des Sandfanges die Aufteilung des Abwassers auf die beiden parallel betriebenen biologischen Reinigungsstufen (Altanlage / Neuanlage).

Foto Kläranlage

Im Vordergrund ist der kreisförmige Neubau des Belebungs- und Nachklärbeckens (Kombibecken) zu sehen. Dahinter befindet sich das längliche Becken des belüfteten Sand- und Fettfanges und die Altanlage mit dem aufgestockten Betriebsgebäude.




6. Belebungs-/Nachklärbecken (Kombibecken) zum Vorfluter "Aubach"

Die im Abwasser gelösten Schmutzstoffe werden im Belebungsbecken mit Hilfe der biologischen Reinigung aus dem Abwasser entfernt. Diese Aufgabe übernehmen die im Belebtschlamm angesiedelten Bakterien, denen die Schmutzstoffe als Nahrung dienen. Der für die Bakterien lebensnotwendige Sauerstoff wird mittels Kompressoren, über Luftdruck an der Beckensohle eingeblasen. Über eine Dükerleitung erfolgt der Ablauf des Schlamm-Wasser-Gemisches zum Nachklärbecken.

Der flockige Belebtschlamm setzt sich an der Beckensohle des innenliegenden Nachklärbeckens ab und wird von einem Räumschild, das an der umlaufenden Brücke befestigt ist, zum Trichter in der Beckenmitte bewegt. Dort wird der Belebtschlamm abgezogen und zurück in das Belebungsbecken gefördert. Das biologisch gereinigte Abwasser fließt über die Ablaufrinne zum Vorfluter "Aubach".

7. Ablaufmengenmessung

Hier wird zum Nachweis gegenüber den Fachbehörden die Ablaufmenge der neuen Beckenstraße kontinuierlich gemessen. Weiterhin wird durch Erfassung verschiedener Messwerte die Reinigungsleistung der vorgelagerten Anlagenteile überwacht.

8. Probenahmeschacht

Die Messrinnenabläufe von Alt- und Neuanlage werden vor der Einleitung in den "Aubach" in einem Schachtbauwerk vereinigt. Dieses Bauwerk dient gleichzeitig als Probenahmestelle für die behördliche Kontrolle der genehmigten Überwachungswerte der Gesamtanlage.

9. Rücklauf- und Überschussschlammpumpwerk

Zur Förderung des Rücklaufschlammes aus dem Nachklärbecken in das Belebungsbecken sind im RS-Pumpwerk 2 Rohrschneckenpumpen installiert. Dadurch wird der Reinigungsprozess aufrecht erhalten. Zur Entnahme eventueller Grobstoffe wird der Rücklaufschlamm über einen manuell geräumten Stabrechen geführt.

Ab einem bestimmten Schlammgehalt in der Belebung wird der sogenannte Überschussschlamm über eine Tauchmotorpumpe abgezogen und zur Zwischenlagerung in die Schlammeindicker gefördert.

10. Gebläsestation

In der Gebläsestation sind die Kompressoren zur Erzeugung der Druckluft für die Belüftung der beiden Belebungsbecken (Altanlage / Neuanlage) und des Sandfanges sowie für den Druckluftheber des Sandfanges untergebracht.

Bild Bewehrung der Bodenplatte


Allein im Kombibecken wurden 240.000 kg Betonstabstahl und 1.919 qm Beton verarbeitet. Hier eine Aufnahme von der Bewehrung der Bodenplatte.





11. Belebungsbecken (Altanlage)

Das Belüftungssystern des bestehenden Belebungsbeckens wurde von Oberflächenbelüftung auf feinblasige Druckbelüftung umgestellt. Hier laufen nun die gleichen Reinigungsprozesse ab, wie beim Belebungsbecken der Neuanlage Das Rücklauf- und Überschussschlammpumpwerk ist am Belebungsbecken angebaut und funktioniert analog zum gleichnamigen Bauwerk der Neuanlage.

12. Nachklärbecken (Altanlage)

Die Funktionsweise des separat angeordneten Nachklärbeckens ist identisch mit dem der Neuanlage.

13. Ablaufmengenmes sung (Altanlage)

Funktion analog zur Neu anlage (siehe Punkt 7).

14. Schlammeindicker (Altanlage)

In den beiden Schlammeindickern wird der angefallene Klärschlamm beider Kläranlagenstraßen statisch entwässert bevor er zur weitergehenden Behandlung, über die im benachbarten Pumpenhaus untergebrachten Verdrängungspumpen, zur Klärschlammvererdungsanlage gefördert wird. Bei Bedarf, z.B. in den Wintermonaten, wird der Inhalt der Schlammeindicker mit einer mobilen Schlammpresse maschinell entwässert. Das anfallende Restprodukt wird dann der Weiterverwertung zugeführt oder thermisch verwertet.

15. Klärschlammvererdung (Geplant für 2003)

Bei der Klärschlammvererdung sickert das im Klärschlamm enthaltene Wasser in die unteren Sedimentschichten. Das Filtratwasser wird über ein Drainagesystem abgezogen und anschließend der Kläranlage wieder zugeführt. Die Feststoffe bleiben an der mit Schilf bepflanzten Oberfläche zurück und werden durch Mikroorganismen zu einem Erdsubstrat umgewandelt. Die erzeugte Schlammerde stellt ein neues Produkt dar, dessen Eigenschaften mit Kompost oder gärtnerischen Erden vergleichbar sind.

16. Brauchwasserversorgung

Zur Einsparung von kostbarem Trinkwasser wird Drainage- bzw. Grundwasser in einem Schacht gesammelt und in ein separates Betriebswassernetz gepumpt.

Foto Spatenstich





Bürgermeister Michael Ortseifen und 1. Beigeordneter Toni Herrmann beim Spatenstich am 25. Juli 2000
 
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Stefan Wick
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