Sitzung vom 11.12.2003

Kernthema dieser Sitzung war der Haushalt für das kommende Jahr 2004.
 
Zu der Jahresabschlusssitzung des Verbandsgemeinderates konnte Herr Bürgermeister Michael Ortseifen wieder interessierte Zuhörer begrüßen.

Zuvor stimmte der Verbandsgemeinderat einstimmig dem vorgelegten Feuerwehrbedarfs-konzept zu, in dem die langfristigen Planungen über die Zug-um-Zug-Erneuerung von Feuerwehreinrichtungen aufgeführt sind.

Anschließend bestätigte der Verbandsgemeinderat einstimmig die ordnungsgemäße und wirtschaftliche Arbeit des Bürgermeisters, des Ersten Beigeordneten und der Verwaltung und stimmte nach Vortrag von Herrn Dieter Griesar aus der Sitzung des Rechnungsprüfungsaus-schusses einstimmig der Entlastung des Bürgermeisters und des Ersten Beigeordneten zu.

Wie auch alle anderen Entscheidungen an diesem Abend verabschiedete man einstimmig auch die neuen Richtlinien zur Budgetierung der Schulen - hier erfolgte eine Anpassung hinsichtlich der Berechnung der Schuletats - sowie die Aufhebung der Satzung über die Erhebung von Gebühren für die Benutzung des Hallenbades Wirges.
Da ab 1. Januar 2004 das Hallenbad Wirges privatisiert und von der Firma Family-Fun-Pools betrieben wird, war die Aufhebung dieser Satzung nur eine Formsache.
Hinsichtlich der Gestaltung der Gebühren wird sich jedoch ab dem kommenden Jahr keine Erhöhung einstellen. Dies ist gewiss. Vielmehr soll der Besuch des Hallenbades durch weitere Angebote und Ermäßigungsmöglichkeiten (z.B. 20er- oder Monatskarten) für die Bürger attraktiver werden.

Nach dem Ausscheiden von Herrn Jens Luber aus dem Verbandsgemeinderat wurde die Besetzung diverser Ausschüsse neu gewählt. Hierzu erfolgt eine gesonderte Bekanntmachung.

Abschließend wurden über den Haushalt für das Haushaltsjahr 2004 beraten.
Herr Bürgermeister Michael Ortseifen freute sich, dem Rat auch in diesem Jahr und in Anbetracht der angespannten Finanzlage der Kommunen wieder einen ausgeglichenen Haushalt ohne Neuverschuldung vorlegen zu können. Damit bewege man sich - vergleicht man es mit dem Sport - im vorderen Mittelfeld im Westerwaldkreis. Die Verbandsgemeinde-umlage kann unverändert bei 35 v.H. belassen werden. Damit liegt man ebenfalls unter dem Kreisdurchschnitt und trägt dem Prinzip der Solidargemeinschaft von Verbandsgemeinde und der ihr angehörigen Gemeinden Rechnung.
Erreicht werden konnte dies durch die konsequente Suche und Umsetzung von Verbesse-rungsmöglichkeiten sowie der zeitnahen und strafferen Bearbeitung von Erstattungsfällen, wie z.B. für kostenpflichtige Einsätze der Feuerwehren. Er dankte u.a. auch den Schulleitern der Schulen unserer Verbandsgemeinde für die sehr gute Kooperation, da z.B. alleine durch die Neuorganisation des Schulsportes rund 5.000 € jährlich eingespart werden können.
Eine erhebliche Entlastung erfährt der Haushalt durch die Privatisierung des Hallenbades. Hierüber hatten wir bereits ausführlich berichtet.
Auch in der Verwaltung konnten Verwaltungsabläufe gestrafft und in Wirges ab Januar 2004 als erste der Verbandsgemeinden im Westerwaldkreis die Verwaltungsstruktur Gemeinde 21 umgesetzt werden. Durch die Zusammenführung von Aufgaben besteht die Verwaltung ab dem kommenden Jahr aus vier statt bisher fünf Abteilungen. Zwei frei gewordene Stellen werden nicht mehr neu besetzt, ohne dass dabei der Service für den Bürger beeinträchtigt wird. Die ständige Verbesserung des Serviceangebotes für den Bürger steht auch weiterhin im Vordergrund.
Im Vermögenshaushalt bietet die Finanzlage keine besonders großen Gestaltungsmöglich-keiten. Trotzdem können auch in 2004 einige wichtige Projekte vollendet werden, wie z.B. die Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses Dernbach, ein neues Feuerwehrfahrzeug für die Feuerwehr Dernbach, die Sanierung des Turnhallenbodens in Siershahn sowie der zweite Abschnitt der Sanierung der Grundschule Wirges.
Planerfüllung vorausgesetzt, kann die vom Rat selbstgesetzte Höchstgrenze von 5 Mio. € Schulden im Jahr 2004 unterschritten werden.

Einen besonderen Dank und Anerkennung sprachen der Bürgermeister sowie alle Fraktionen des Verbandsgemeinderates an diesem Abend Herrn Dieter Baurhenn aus.
Nach über 48 Jahren Dienstzeit und als Mann der ersten Stunde der Verbandsgemeinde tritt Herr Baurhenn zum Jahresende in den wohlverdienten Ruhestand. Über Jahrzehnte kannte ihn jeder als den Herrn der Haushaltspläne dem man für seine außergewöhnlichen Leistungen ausdrücklich Dank abstattete.

Anschließend stellte der Erste Beigeordnete, Herr Toni Herrmann, die Wirtschaftspläne 2004 für die Verbandsgemeindewerke vor.

Zum Ende der Sitzung bedankte sich der Bürgermeister bei allen Ratsmitgliedern für die gute Zusammenarbeit mit den besten Wünschen für die Weihnachtsfeiertage und das kommende Jahr 2004.

Nachfolgend nun die Haushaltsreden des Bürgermeisters Michael Ortseifen und des Ersten Beigeordneten Toni Herrmann aus der Verbandsgemeinderatssitzung vom 11.12.2003:

Haushaltsrede des Bürgermeisters Michael Ortseifen:

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

wenn man in den letzten Tagen die Berichterstattung in der Westerwälder Zeitung über die Haushaltsplanberatungen der übrigen Verbandsgemeinden im Westerwaldkreis verfolgt hat, so kann man feststellen, dass wir uns mit unserem Haushalt - vergleicht man es mit dem Sport - im vorderen Mittelfeld der Tabelle bewegen. Ich kann Ihnen heute einen ausgeglichenen Haushalt ohne Neuverschuldung vorlegen. Hervorheben möchte ich auch die Tatsache, dass wir trotz weiterhin leicht rückläufiger Einnahmen den Hebesatz unserer Verbandsgemeindeumlage auch im kommenden Jahr unverändert bei 35 v.H. und damit unter dem Durchschnitt im Westerwaldkreis belassen können. Hiermit tragen wir dem Prinzip der Solidargemeinschaft von Verbandsgemeinde und der ihr angehörigen Gemeinden Rechnung, wonach die Umlagebelastungen so zu gestalten sind, dass den Gemeinden ein ausreichender finanzieller Spielraum für eine eigene Entwicklungsmöglichkeit erhalten bleiben muss.

Dieses vor dem Hintergrund der momentanen weniger erfreulichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen insgesamt doch recht positive Ergebnis ist auf mehrere Faktoren zurück zu führen:

Wie in den Jahren zuvor haben wir auch im laufenden Haushalt 2003 weiterhin konsequent nach weiteren Verbesserungsmöglichkeiten bei den Ansätzen des Verwaltungshaushaltes gesucht und diese auch genutzt. Ich möchte dies an zwei Beispielen kurz erläutern.

Im kommenden Jahr werden 5.000 € für den Transport der Schüler der Regionalen Schule Wirges zum Schulsport in die Halle nach Ötzingen nicht mehr anfallen, weil es uns gemeinsam mit den Schulen gelungen ist, eine höhere Auslastung der vorhandenen Kapazitäten in Wirges und Siershahn zu erreichen. Hierfür auch einen herzlichen Dank an die Vertreter der betroffenen Schulen, die sich hier sehr kooperativ gezeigt haben.

Auf der Einnahmeseite haben sich die Erstattungen für kostenpflichtige Einsätze der Feuerwehren der Verbandsgemeinde insbesondere bei Einsätzen auf den Bundesautobahnen von früher 20.000 € auf mehr als 45.000 € (Stand: 10.12.2003 45.066,95 €) erhöht. Ursache für diese positive Entwicklung ist eine zeitnahe und straffe Bearbeitung durch die hiermit beauftragten Feuerwehrkameraden und den zuständigen Mitarbeiter der Verwaltung.

In den vergangenen 6 Jahren haben wir alle gemeinsam einige Veränderungen im Bereich der Verbandsgemeindeverwaltung vorgenommen. Hierbei standen die Verbesserung des Serviceangebotes an unsere Bürger und eine straffere Verwaltungsführung im Vordergrund. Unser langjähriger Abteilungsleiter der Finanzabteilung, Herr Dieter Baurhenn, tritt mit Ablauf des Jahres 2003 nach einer Dienstzeit von mehr als 48 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Damit verlässt uns ein Mann der ersten Stunde der VG, der über Jahrzehnte die Haushaltspolitik der VG Wirges wesentlich mitgestaltet hat. Sie alle kennen ihn als den Herrn der Haushaltspläne und sehen es mir ganz gewiss nach, dass ich Herrn Baurhenn außerhalb der eigentlichen Beratung des Haushalts 2004 im Rahmen dieser Ratssitzung meinen ausdrücklichen Dank für diese außergewöhnliche Leistung abstatte. Die offizielle Verabschiedung findet dann nach dem endgültigen Ausscheiden statt.

Mit Wirkung zum 01.01.2004 werden wir die Verbandsgemeindeverwaltung, wieder einmal als eine der ersten im Westerwaldkreis, auf die von den kommunalen Spitzenverbänden entwickelte neue Verwaltungsstruktur Gemeinde 21 umstellen. Hiermit ist eine Reduzierung der Zahl der Abteilungen auf nunmehr vier und damit eine weitere Konzentration der Arbeitsabläufe im Hause verbunden. Gemeinsam mit anderen Umstrukturierungen können insgesamt zwei Planstellen eingespart und somit eine nennenswerte Erhöhung der Personalkosten vermieden werden. Lässt man den zusätzlichen Aufwand für die Durchführung der Wahlen 2004 und die Finanzierung einer ABM-Maßnahme zur Vorbereitung der Umstellung des Haushalts- und Kassenwesens auf doppelte Buchführung außer Acht, können wir sogar einen leichten Rückgang der Personalkosten vermelden, obwohl die bereits beschlossenen Erhöhungen einen Betrag von 79.000 € ausmachen.
Besonders erfreut bin ich über die Entwicklung des Unterabschnitts Hallenbad. Hier haben wir über längere Zeit stetig ansteigende Kosten beklagt. Zwar haben unsere Bemühungen der vergangenen Jahre zu einem merklichen Rückgang der Unterdeckung geführt, zufrieden konnten wir mit dem Ergebnis aber nicht wirklich sein. Eines hat diese Entwicklung aber doch bewirkt. Auf Grund des positiven Trends bei der Entwicklung des Badebetriebes ist es uns gelungen einen kompetenten Partner als Betreiber des Hallenbades zu finden. Nach der jetzigen Haushaltsplanung sind hiermit insgesamt Verbesserungen von fast 133.000 € gegenüber dem Jahr 2003 verbunden, im Vergleich zum Rechnungsergebnis 2002 sind es sogar ca. 188.000 €.

Wir werden die Entwicklung unseres Bades mit Spannung verfolgen und natürlich auch weiterhin begleiten, da wir ja nach wie vor der Eigentümer sind. Ich wünsche unserem Vertragspartner, der Family-Fun-Pools Jasmund & Runkel GmbH, von dieser Stelle aus alles Gute, vor allem den gewünschten geschäftlichen Erfolg.

Die Verbandsgemeindeverwaltung Wirges genießt sowohl im Kreise der Kollegen als auch in der Bevölkerung einen ausgezeichneten Ruf. Und schaut man sich die Entwicklung der VG in den letzten Jahren an haben wir uns diese positive Grundeinstellung auch redlich verdient. Die eben vorgestellten positiven Aspekte des Haushaltes 2004 und viele andere Neuerungen der jüngsten Vergangenheit lassen sich aber nur mit motivierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erreichen. Wir haben den Bediensteten viel zugemutet. Diese haben sich den Anforderungen aber gerne gestellt, weil sie auf der anderen Seite sicher sein konnten, dass ihre Leistung auch anerkannt wird. Dies gilt insbesondere auch für Sie, meine Damen und Herren des Verbandsgemeinderates. Ich möchte Ihnen einmal herzlich dafür danken, dass Sie sich den von mir und Herrn Beigeordneten Herrmann im Rahmen der Beratung der Stellenpläne vorgeschlagenen Beförderungen und Höhergruppierungen stets angeschlossen haben. Sie sind nicht den populistischen Weg anderer gegangen, die eigentlich anstehende Verbesserungen für die Beschäftigten unter Hinweis auf die Hauhaltslage verweigert haben. Dies hat auch der Personalrat der Verbandsgemeindeverwaltung bemerkt und sich sehr erfreut über diese Tatsache geäußert.

Im Vermögenshaushalt verfügen wir momentan zwar nicht über große Gestaltungsmöglichkeiten, trotzdem kommen wir auch im Jahre 2004 wieder ein Stück voran. Planerfüllung vorausgesetzt unterschreiten wir zum Ende des Haushaltsjahres mit 4.878.000 € die vom VG-Rat selbstgesetzte Höchstgrenze von 5 Mio €, die wir wegen der Vorfinanzierung der Landeszuschüsse für die Erweiterung und Sanierung der Regionalen Schule kurzfristig überschreiten mussten.

Neben einiger kleinerer Investitionen im Bereich der Feuerwehren steht die Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses Dernbach an. Gleichzeitig mit der Einweihung des Hauses am 09.05.2004 soll das im Feuerwehrkonzept vorgesehene neue Fahrzeug an die Feuerwehr Dernbach übergeben werden. Die Zustimmung des Westerwaldkreises zur Beschaffung liegt bereits vor.

Als weiterer Schwerpunkt der Investitionen sind die Sanierung des Turnhallenbodens an der Grundschule in Siershahn und der zweite Abschnitt der Sanierung der Grundschule Wirges vorgesehen.
Im Haushaltsplan noch nicht enthalten ist die Generalsanierung der Regionalen Schule in Wirges, da hierfür noch keine verlässlichen Kostenschätzungen vorliegen, die eine seriöse Haushaltsplanung ermöglichen würden. Nachdem wir in der nichtöffentlichen Sitzung aber die Planungen beauftragt haben, werden wir im kommenden Jahr in die dringend erforderliche Generalsanierung einsteigen. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass entgegen der bisherigen Handhabung auf Grund zusätzlich verfügbarer Bundesmittel eine längere Vorfinanzierung der Landeszuschüsse entfällt. Außerdem wird im Rahmen des Programms für die Ganztagsschulen ein um 10 % höherer Zuschuss von insgesamt 80 % (Land: 70 % und WW-Kreis: 10 %) gewährt. Bei einem momentan nur grob geschätzten Volumen von ca. 3 Mio € möchten und können wir uns den erhöhten Zuschuss von immerhin 300.000 € natürlich nicht entgehen lassen. In welchem Umfang für 2004 Haushaltsmittel benötigt werden, bleibt der noch ausstehenden Detailplanung vorbehalten. Je nachdem kann der Erlass einer Nachtragshaushaltssatzung erforderlich werden.
Abschließend danke ich allen Personen innerhalb und außerhalb der Verwaltung, die zur Erstellung des Planentwurfes beigetragen haben.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, sollten Sie der vorgelegten Haushaltsplanung zustimmen, steht einem frohen Weihnachtsfest der Familie Ortseifen nichts mehr im Wege. Ich darf Sie daher insbesondere im Namen meiner Ehefrau um Ihre Zustimmung zum Haushalt 2004 bitten.



Haushaltsrede des Ersten Beigeordneten Toni Herrmann zu den Wirtschaftsplänen 2004 der Verbandsgemeindewerke Wirges:

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

im vergangenen Jahr habe ich meine Haushaltsrede mit einem Ausblick für die Werke bezüglich der diskutierten Liberalisierung bzw. Privatisierung der Wasser- und Abwasserwirtschaft begonnen. Die Diskussionen sind nun mehr verflacht und zur Zeit werden sie ernsthaft nur noch in den Werken geführt, die höchstens halb so groß sind wie wir.

Die Eigenständigkeit der Werke hat große Vorteile und sie sind bei vergleichbarer Leistung auch nicht teuerer als Private. Dieser Beweis ist in unserer Verbandsgemeinde erbracht und daran wird sich auch künftig nichts ändern, denn die größten Investitionen für die Zukunft sind gemeistert. Wir haben z.B. hier bei uns eine Wasserqualität, die nicht mit Uferfiltraten vergleichbar ist und die wir auch nicht damit gemischt haben wollen.

Was wir brauchen, ist noch mehr Kooperation untereinander, noch effizienteren Gedankenaustausch und gemeinsame Strategien. Dann werden wir auch künftig unsere Leistungen in der bekannt guten Qualität für die Wasserversorgung und eine ökologische Abwasserbewirtschaftung erbringen können, zu vergleichsweise günstigen Preisen, zu den insgesamt niedrigsten Entgelten im Kreis.

Die Werke werden auch künftig die Wünsche der Gemeinden auf Erschließung von Wohn- und Gewerbegebieten erfüllen, ohne für zunächst ungenutzte Kapazitäten Leistungen von den Ortsgemeinden für die Erschließung teilweise vorfinanzieren zu lassen.

Die Liste der Investitionen in den Bereichen Wasser und Abwasser, die ich zu Beginn meiner Amtszeit habe anlegen lassen zeigt, dass wir in den letzten sechs Jahren einschließlich der geplanten Maßnahmen für 2004 insgesamt 27,3 Mio. € investiert haben. Und das sind nur die Ausgaben des Vermögenshaushaltes.

Die Werke sind ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor die Arbeitsplätze in unserer Region sichern, da sie insbesondere die heimischen Betriebe (zu über 90 % gehen die Aufträge in einen Umkreis von 20-30 km) berücksichtigen. Von dem gebotenen antizyklischen Verhalten haben aber nicht nur die Betriebe und deren Beschäftigten profitiert, sondern ganz besonders die Werke selbst und damit die Bürgerinnen und Bürger unserer Verbandsgemeinde: denn die Einheitspreise in der Bauwirtschaft sind seit acht Jahren auf einem historischen Tiefstand, ebenso die Kreditbeschaffungskosten, die bis zu 3 % niedriger als vor acht Jahren sind.

Ich bin froh, dass ich mit meinen Mitarbeitern und Ihnen die Möglichkeit hatte, all diese Maßnahmen, die für die Zukunft der Werke unter optimierten Bedingungen wichtig und notwendig waren, auf den Weg gebracht zu haben und die meisten sind ja schon vollendet. Wir haben das Partei- und Wählergruppenübergreifend in große Einigkeit geschaffen, weil diese technischen Maßnahmen einer politischen Betrachtungsweise logischerweise weitgehendst entzogen sind.

Bei solch hohen Investitionen ergibt es sich zwangsläufig, dass sie zum einen mit Krediten und zum anderen durch moderate Einnahmeverbesserungen zu finanzieren sind.

Im Jahre 2003 konnten wir auf eine Darlehensaufnahme in beiden Werken verzichten, obwohl Darlehen von über 1,5 Mio. € vorgesehen waren. Für 2004 ist eine rechnerische Kreditaufnahme in beiden Werken von ca. 500.000 € vorgesehen, die aber nicht nur einen tatsächlichen Verzicht auf diese Kreditfinanzierung erwarten lässt; nein, wir werden sogar im Abwasserbereich voraussichtlich eine Sondertilgung in Höhe von 500.000 € leisten können, um ein Altdarlehen mit relativ hohen Zinsen ablösen zu können. Und durch die ordentliche Tilgung wird zusätzlich für 2003 und 2004 die Darlehensschuld um 1.080.000 € sinken! Wir sind trotz hoher Investitionsquote auf einem guten Konsolidierungskurs, der aber auch in dem einen oder anderen Jahr –je nach den Rahmenbedingungen- eine Pause einlegen wird.

Trotz der millionenschweren Investitionen in 2003 ist die Darlehensschuld um 590.000 € gesunken.

Die Gebühren und Beiträge bleiben in beiden Werken stabil.

Der Sommer, mit seinen langanhaltenden extrem heißen Temperaturen wird nicht nur in die meteorologischen Geschichtsbücher eingehen, uns nicht nur einen Jahrhundertwein präsentieren, er hat uns auch vor große Herausforderungen in der Wasserversorgung gestellt, die wir gemeistert haben.

Diese Situation vor 5 oder 10 Jahren hätte in manchen Wasserwerken dazu geführt, dass nicht nur der Wasserverbrauch hätte eingeschränkt werden müssen: ich bin mir ganz sicher, dass wir in Spitzenzeiten nicht genügend Wasser für die Haushalte und für Gewerbe und Industrie gehabt hätten.

Ich bin froh, dass in den letzten Jahren gemeinsame Strategien zur Verbesserung der internen Ringleitungen und Notanschlussmöglichkeiten zur Verbandsgemeinde Montabaur, Ransbach-Baumbach und Wallmerod geschaffen wurden. Die neuen HB in Ötzingen und Sainerholz/Niedersayn mit dem Tiefsammelbehälter in Niedersayn haben den Versorgungsbezirk Ost wesentlich sicherer gemacht.

In den beiden nächsten Jahren sind folgende Maßnahmen im Wasserwerk geplant:

- Anbau einer Rohwasserkammer am Wasserturm Siershahn mit Ertüchtigung der Aufbereitungsanlage

- Erneuerung Tiefsammelbehälter "Altendorfwiese" in der Gemarkung Leuterod

- Verbundleitung vom geplanten TSB "Altendorfwiese" - Wasserturm Siershahn

Wir haben uns mittlerweile fast daran gewöhnt, dass Jahrhunderthochwasser alle 3 bis 4 Jahre kommen, wenn dies mit den Jahrhundertsommern genauso geschieht, helfen nur intelligente Lösungen im Verbund, denn das Wasserdarrgebot ist nicht beliebig vermehrbar.

So ist natürlich bei durchschnittlichen klimatischen Verhältnissen erfreulich auf der einen Seite festzustellen, dass der Wasserverbrauch in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist. Dies schont unsere Tiefenbrunnen, aber es verringert auch die Einnahmen. Wir können in diesem Jahr die Gebühren auch deshalb stabil halten weil der Wasserverbrauch 2003 höher als üblich war. Aber wenn der Trend des rückläufigen Verbrauches mit höheren Kosten sich nicht verändert, sind ab und zu moderate Gebührenanhebungen notwendig.

Versorgungssicherheit sollte für uns alle oberstes Gebot sein, und wenn wegen dieser Versorgungssicherheit ab und zu eine Gebührenanhebung von wenigen Cent pro m³ erforderlich ist, sollten wir die gleiche Einigkeit zeigen wie bei den Investitionen zu Versorgungssicherheit.

Ich danke den Mitarbeitern des Wasserwerkes für die gute Arbeit.

Für den Bereich der Abwasserbeseitigung sind mit der Inbetriebnahme der Gruppenkläranlagen Niedersayn und Aubach die großen Investitionen abgeschlossen.

Die zunächst ablehnende Haltung bezüglich der Förderung einer Klärschlammvererdungsanlage wurde erfreulicher Weise korrigiert und wir erhielten vor einigen Monaten den Bewilligungsbescheid über ein zinsloses Darlehen in Höhe von 440.000 €. Die vorbereitenden Arbeiten der Verwaltung und des beauftragen Ingenieurbüros wurden dann so optimiert, dass mittlerweile das Becken für die Klärschlammvererdungsanlage bereits ausgehoben, die Drainagen verlegt, die Böschungen und Wege angelegt sind, so dass in Kürze mit der Aufbringung der Folien und Filterschichten begonnen werden kann. Im Frühsommer soll die Anlage in Betrieb gehen.

Wir werden dann eine deutliche Reduzierung der Klärschlammentsorgungskosten erfahren und dies auf einem ökologischen Wege.

Als große überörtliche Anlage im Abwasserwerk ist der Bau eines Regenrückhaltesystems zwischen Wirges und Siershahn mit 300.000 € veranschlagt, das dann mit den technischen Einbauten und der Realisierung des Umfahrungssammlers zu einer weiteren Reinigung der Gewässer und dem Schutz vor Überflutungen gemeinsam mit den Regenrückhaltemaßnahmen in Wirges und Bannberscheid dient. Die Koordination zwischen Erdaushub in der Aubachanlage und der Dammschüttung vor Staudt hat hervorragend funktioniert und enorme Kosten erspart.

Die großen Investitionen im Abwasserwerk haben auch diese Mitarbeiter ständig auf Trab gehalten, bei den ich mich ebenso bedanken möchte.

Und mit einem Dank an die Mitglieder und Stellvertreter des Werksausschusses und die Mitglieder des Verbandsgemeinderates bitte ich um Zustimmung für das vorliegende Planwerk, dessen Annahme der Werksausschuss einstimmig empfohlen hat.

Herzlichen Dank.

 
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Michael Schwickert

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