Wappen Moschheim

Wappen für die Ortsgemeinde Moschheim


Beschlussfassung des vorliegenden Wappens erfolgte in der Sitzung des Ortsgemeinderates vom 26.09.1992.

Entwurf und Gesamtherstellung: Markus Müller, Nister


Blasonierung:

"Über blau-silbern gespaltenem Bogenschildfuß, darin auf dem Speit ein Krug in verwechselten Farben, der mit einer Traube am Rebholz in abermals verwechselten Farben belegt ist, gespalten von Silber und Rot. Vorn ein durchgehendes rotes Kreuz. Hinten eine goldene Krone."



Wappenerläuterung

Die Gemeinde Moschheim wird 1362 als "Musscheim" erstmals urkundlich erwähnt. In einem Zehntverzeichnis des Stiftes St. Florin in Koblenz taucht ein "Joeden von Muscheim" auf.

Der zur Gemarkung gehörige Wald Malberg trägt Anzeichen einer relativ frühen, vorchristlichen Besiedlung, denn er war in der späten Eisenzeit mit einem Ringwall befestigt. Dieser wurde vielleicht infolge germanisch-römischer Auseinandersetzungen von den Römern erobert und zerstört. Als mögliche Zeitpunkte der Zerstörung wurden 13/12 v. Chr. und um 9 n. Chr. angegeben. In Moschheim ermittelte man ebenfalls Scherbenfunde aus vorgeschichtlicher Zeit. Der Ortsname, dessen -heim-Endung nicht immer klar zu erkennen war - 1385 Muoscheym, 1386 Musscheim, Moschem, Muschem, 1460 Moschem, 1461, Moeschen - bedarf noch einer genauen onomastischen Deutung.

Sturmfels geht davon aus, dass Moschheim mit "Wohnsitz des Musco/Musch" zu übersetzen ist.
Die -heim-Orte sind bis zum 6. Jahrhundert entstanden. Besonders hervorzuheben ist, dass Moschheim sowie Bladernheim zum alten fränkischen Reichsgut um Montabaur zu rechnen sind.
Diese Krongüter der deutschen Könige stammten aus dem Hausgut erloschener Dynastien, dem Heimfall von Lehen aus Kauf usw.. Das im Reich weit verstreute Reichsgut, vor altem im Westen und Südwesten gelegen, war bis zu seinem Zerfall am Ende der Stauferzeit (1250) vom Hausgut der regierenden Herrscher nicht scharf geschieden. Die goldene Krone weist auf die besondere Zugehörigkeit der Gemarkung zum alten Reichsgut hin.
Der zwischen Moschheim und Ötzingen gelegene Wald Malberg (422 m) wird bereits 1592 urkundlich erwähnt. Er galt öfters als Anlass für Gebietsstreitigkeiten, beispielsweise zwischen den Gemeinden Leuterod und Moschheim 1688. Eine der deshalb notwendigen exemplarischen Grenzbegehungen des Waldes, die recht ausführlich dokumentiert ist, fand am 10. November 1741 statt.
Der Malberg, häufig bei Leuterod genannt, war 1719 für zehn Jahre an die Gemeinde Moschheim verpachtet worden. Er führte in den Archivalien häufig den Namen eines Fürstlichen Cameral-Waldes. Der Malberg wurde hernach Domanialwald, an den die Gemeindewaldungen von Ötzingen, Leuterod und Moschheim grenzten.
Eine Sage erzählt von den Wildweibern des Malberges, eine Erzählung von hilfreichen Geistern, die den notleidenden Moschheimern beistanden.
Der Bergkegel enthält umfangreichere Phonolithvorkommen, die zur Glasherstellung dienten. Eine Übersicht des Jahres 1901 erwähnt so beispielsweise die Unternehmen A. Hübner und Fabrik Wirges, die in Moschheim einen Phonolithsteinbruch betrieben. 1926 wurde ein Steinbruch auf dem Malberg von der Glasfabrik Wirges AG betrieben. Mit der Ausbeute wurde die Glasindustrie in Wirges versorgt.
Auf dem Gipfelplateau befinden sich mächtige Felsblöcke, deren bizarre Formen geologisch von Interesse sind. Will man der Überlieferung Glauben schenken, so galt der Malberg in fränkischer Zeit als Thing- und Richtstätte. Eine Namensdeutung stützt diese Annahme, Gensicke schließt ein ehemaliges Grafengericht auf dem Malberg überdies nicht aus.
Am sog. "Helje Brunn", an dem sich ein Heiligenstock befindet, errichtete man 1892 eine Kapelle, die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges das Ziel einer Dankeswallfahrt am Himmelfahrtstage ist.
Der Malberg wird im Wappen durch den Bogenschildfuß symbolisiert. Territorialhistorisch lag das Gebiet der heutigen Gemeinde Moschheim im Engersgau. Kirchlich gehörte der Ort schon seit dem Mittelalter zu der im ausgedehnten Sprengel der Urpfarrei Montabaur gegründeten Pfarrkirche zu Wirges. Ab 1450 ist Moschheim als zum Gericht Montabaur, seit Ende des 17. Jh. im Sprachgebrauch zum Bann Wirges gehörig, bezeugt. Moschheim, Bannberscheid, Staudt, Ötzingen und Boden bildeten um 1488 die "grusze Zyche", die nochmals unterteilt war, wobei Moschheim, Bannberscheid und Boden 1653 sowie 1684 bis 1803 zu einem gemeinsamen Bezirk gehörten. Überdies war Moschheim von Anfang an dem Kurfürstentum Trier zugeordnet. Bereits 1018 konnte das Bistum sein Territorium durch weitere Gebietserwerbungen an der mittleren Mosel und im Westerwald vergrößern. In diesem Zusammenhang war die Schenkung Kaiser Heinrichs von Stadt und Königshof Koblenz mit allem Zubehör und der Abtei St. Florin von Bedeutung. Mit dem erworbenen Koblenzer St. Florinstift kam auch das Obereigentum über dessen Besitz um Montabaur ans Erzstift Trier.
In der Auseinandersetzung um die Spitzenstellung im deutschen Episkopat traten die Erzbischöfe von Trier zwar hinter Mainz und Köln zurück, fanden aber Aufnahme in das Kurfürstenkollegium und erhielten 1308/14 die Würde eines Erzkanzlers von Burgund.
Eigentlicher Schöpfer des Kurfürstentums Trier war Erzbischof Baldewin von Luxemburg 1307 - 1354.
Die Einführung der Reformation scheiterte, die Protestanten wurden 1559 vertrieben. 1801 ging der linksrheinische Hauptteil des Erzstiftes an Frankreich verloren. Die rechtsrheinischen Gebiete kamen am 21.10.1802 an die Fürsten von Nassau.
Der Reichsdeputationshauptschluss bestätigte die territorialen Veränderungen, von denen in dieser Region insbesondere die Nassauer profitierten. Im Rahmen der Rheinbundakte rechnete Moschheim 1806 zum neugebildeten Herzogtum Nassau. Das Gebiet ging infolge des Deutschen Krieges in preußische Verwaltung über. Die 1867 durchgeführte Verwaltungs- und Gebietsreform teilte Moschheim dem neugeschaffenen Unterwesterwaldkreis mit dem Sitz Montabaur zu.
Das rote Kreuz in Silber weist auf die jahrhundertlange Zugehörigkeit zum Erzbistum Trier hin. Die blaue Tinktur erinnert daran, dass Moschheim bis 1866 zum Herzogtum Nassau rechnete, dessen Wappen einen Löwen im blauen Schild aufwies.
Seinen Bekanntheitsgrad verdankt Moschheim unzweifelhaft der Lage an der Kannenbäckerstraße und den reichen Tonvorkommen der Gemarkung. Der Tonkrug in verwechselten Farben trägt der Bedeutsamkeit des Tonbergbaus und der Tonverarbeitung in der Gemeinde Rechnung. Daneben wurden ebenso Phonolith sowie Basalt gewonnen. Um 1750 waren bei Moschheim Hausteinbrüche in Betrieb.
Nach einem Bericht des Jahres 1807 wurde in Wirges schon Tonerde für einen Herrn Fürth in Köln gegraben, welcher die Ansicht vertrat, dass etwaige Nachforschungen auch in Moschheim erfolgreich sein müssten.


Nach den beim Amtsgericht Montabaur bzw. Wallmerod geführten Grundbüchern sind folgende Gruben der Gemarkung Moschheim bekannt:

  • Tonerdezeche "Bohnenbitz": Belehnungsurkunde vom 29.06.1860, Verleihungsurkunden vom 16.08.1854 und 07.11.1856
  • Tonerdezeche "Petschmorgen": am 01.08.1863 belehnt, am 12.08.1863 in das Berggegenbuch eingetragen
  • Tonerdezeche "Struth": am 16.07.1866 belehnt, am 23.08.1866 in das Berggegenbuch eingetragen
  • Tongrube "Bertha": Verleihungsurkunde vom 06.02.1867
  • Tonerdezeche "Feldchen": am 15.03.1867 belehnt, am 26.04.1867 in das Berggegenbuch eingetragen
  • Tonerdezeche "Straubinger": am 15.03.1867 belehnt, am 26.04.1867 in das Berggegenbuch eingetragen
Die Fuchs'schen Tongruben K.G., Ransbach/Westerwald erhielten im Laufe dieses Jahrhunderts bei einigen dieser Betriebe das Niesnutzungsrecht und betrieben in Moschheim die Gruben "Straubinger" (Förderung von feuerfesten und keramischen Tonen) sowie die Tongruben "Feldchen" und "Struth".

1901 waren in Moschheim die Nassauischen Thonwerke tätig.
Im Jahre 1926 befanden sich die tonfördernden Unternehmen im Besitz der Fuchs'schen Tonbetriebe Ransbach sowie des Alois Josef Müller, Siershahn. Eine Statistik nennt für die Jahre 1936, 1949 und 1961 drei tonfördernde Betriebe. Die Anzahl der Beschäftigten stieg von 37 auf 56 Personen, die Fördermenge von 24.954 t auf 70.052 t.
Das Abbaugebiet gehört zu dem südöstlich des Malbergs gelegenen sog. Moschheimer Becken, in dem heute ein bedeutender Abbau im Tagebau erfolgt. Die Tone worden nach den Höhen zu von Basalt überlagert, der Abraum enthält Basaltwürflinge und Krotzen, welche die Abraumbeseitigung sehr erschweren. Das Tonlager wird mit 9 m bis 25 m nutzbare Stärke angegeben und gliedert sich in ca. zehn verschiedene Tonsorten.
Das Wappen der Ortsgemeinde Moschheim ist somit territorialgeschichtlich, topographisch und wirtschaftshistorisch begründet.

 
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