Überblick über die Ortsgemeinde Ebernhahn

Im Jahre 959 wurde urkundlich der in der Gemarkung Ebernhahn gelegene "Datinsbruch" (heute als Desper bekannt) - zur Burg des Ditino nachgewiesen.
Erste Erwähnung unseres Ortes im Jahre 1362 unter dem Namen Evehan. Das Koblenzer Florianstift ist im Besitz des Zenten von Ebernhahn bis 1803, dennoch wird im 18. Jahrhundert wiederholt über die Verpachtung des Zenten in Ebernhahn berichtet, wobei neben Korn und Hafer auch Käse und Hühner zu liefern waren.




Dass Ebernhahn wesentlich älter ist als es die Zentverzeichnisse von St. Florin bekunden, geht daraus hervor, dass bereits 1235 ein Adliger mit Namen "Elicham von Everhain" in der Burgmannschaft der Burg Humbach (Montabaur) Dienst tat. 1239 sind dann die Ritter von Ebernhahn bereits ausgestorben.

Im Jahre 1495 hatten Ebernhahn und Siershahn zusammen 25 Feuerstätten (Familien). 1563 zählte Ebernhahn allein 12 Feuerstätten.

Nach den verheerenden Auswirkungen des 30jährigen Krieges gab es in Ebernhahn und Siershahn 1684 zusammen nur noch 42 Einwohner. Das Dorf "Ebernhain" gehörte, wie es 1589 heißt, dem Kurfürsten von Trier. Bis 1803 war Ebernhahn kurtrierisch, von da an nassauisch und ab 1866 preußisch. Seit 1867 gehört es zum Unterwesterwaldkreis, seit 1971 zur Verbandsgemeinde Wirges und seit 1974 zum Westerwaldkreis.

Zahlreiche Einwohner fanden bei der Gewinnung von Ton Arbeit und Brot, indem sie entweder als Tongräber den Ton abbauten oder als Fuhrleute die wertvolle Fracht zum Schiff nach Vallendar transportierten. Andere Einwohner zogen als Landjäger von Ort zu Ort, um die Töpferwaren des Kannenbäckerlandes zu verkaufen. So gab es 1847 in Ebernhahn 10 "Stein- und Erdgeschirr-Händler" die oft bis nach Holland ihre Waren verkauften. Die industrielle Ausdehnung des
Tonbergbaues und die bahnmäßige Verkehrserschließung brachte die Einwohnersteigerung. So zählte Ebernhahn Ende des 19. Jahrhunderts etwa 500 Einwohner, heute 1.247 Einwohner.

Das "weiße Gold der Erde", der Ton, wurde von fleißigen Einwohnern gefördert und wanderte in der Hauptsache als begehrter Rohstoff in die Fabriken des Kannenbäckerlandes und zum Teil ins Ausland. Wer nicht als "Erdgräber" im Tonschacht oder Tagebau arbeitete, der konnte sein Gold durch den Abtransport des Tones verdienen. 1935 hatte ein Bewohner von Ebernhahn zum ersten Mal seinen Fuhrbetrieb mit Pferden auf LKW umgestellt. Die Erwerbs- und Sozialstruktur
hat sich damit zugunsten der Einwohner erheblich verbessert.




Die wirtschaftliche Struktur der Ortsgemeinde hängt im wesentlichen von den ortsansässigen Speditionen ab.

Ein Schulgebäude bestand schon seit 1834 und wurde 1899 um- und ausgebaut. 1921 unterrichteten dort ein Lehrer und eine Lehrerin zusammen 121 ausschließlich katholische Schüler. Seit 1971 beherbergt das Gebäude den katholischen Kindergarten.

1871 errichtete man die erste Kapelle; 1902 wurde Ebernhahn zur eigenständigen Kapellengemeinde ernannt. Mit großer Sorgfalt und viel Arbeitseifer erbauten die Ebernhähner 1911 eine eigene Kirche mit Zwiebelturm, die 1958 erweitert und 1965 durch den heutigen Glockenturm ergänzt wurde. 1921 wurde Ebernhahn zur Pfarrvikarie, 1964 zur Pfarrei erhoben und zählt heute zusammen mit dem benachbarten Dernbach zum Pfarreienverband Wirges. Sein Kirchweihfest begeht der Ort alljährlich am ersten Sonntag im Mai.




Am 11. März 1945 fiel der Ort einem schweren Bombenangriff durch die U.S. Air Force zum Opfer, bei dem über 50 Menschen ums Leben kamen und 32 Gebäude, darunter auch die Schule, völlig zerstört wurden.

Seit 1971 besteht zwischen Ebernhahn und der französischen Gemeinde Marolles les Braults im Departement de la Sarthe eine Partnerschaft, die 1975 aufgrund der äußerst regen familiären und kulturellen Begegnungen durch die deutsch-französische Kulturstiftung in Bonn mit dem 3. Bundespreis ausgezeichnet wurde.

1977 finanzierte die Gemeinde allein den Bau einer Mehrzweckhalle, der "Rosenheckhalle", die seitdem viele große Veranstaltungen und Feierlichkeiten gesehen hat. 1994 wurde sie durch ein Gemeindezentrum ergänzt.

Seinen großen Bekanntheitsgrad verdankt die Gemeinde neben den rund 30 ortsansässigen Firmen und Betrieben sicher auch dem regen Vereinsleben, besonders dem seit 1880 bestehenden, vielgeehrten Männergesangverein "Thalia", dem 1913 gegründeten Musikverein, dem Thalianer-Chor sowie den Wanderfreunden Ebernhahn, deren aller Ruf weit über die Landesgrenzen hinaus reicht.

Daneben bieten weitere Vereine wie die Freiwillige Feuerwehr mit Jugendwehr, die Deutsch-Französische Gesellschaft, der Tennisclub 77 und der Tennisverein Blau-Weiß, der Fußballverein FSV, die Spielgemeinschaft "Alte Herren", die Kath. Frauengemeinschaft, der Kirchenchor und der Schäferhundeverein ein breitgefächertes Angebot vielseitiger Aktivitäten.

Die Gemarkung Ebernhahn umfasst heute 335 ha, davon sind 116 ha Wald mit markierten Wanderwegen und Ruheplätzen sowie einem Grillplatz, die nicht nur Einheimischen, sondern auch erholungssuchenden Gästen den Reiz und die Eigenart der Westerwälder Landschaft erschließen.
 
Kontakt

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Ebernhahn

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56424 Ebernhahn

Rüdiger Gemmer

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Telefon: (0 26 23) 64 82
eMail: info@ebernhahn.de

Sprechstunden:
Ortsbürgermeister
Rüdiger Gemmer
montags
18:00 Uhr bis 19:00 Uhr
im Gemeindezentrum,
Dernbacher Straße
Telefon: (0 26 23) 71 54

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Erster Beigeordneter
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Schillerstraße 18
56424 Ebernhahn
Tel.: (0 26 23) 92 72 22
Fax:  (0 26 23) 92 72 23
eMail: uli_buhr@t-online.de

Beigeordnete
Michaele Lieser

Schulstraße 21
56424 Ebernhahn

Beigeordneter
Markus Buhr
Goethestraße 4
56424 Ebernhahn
Tel.: (0 26 23) 92 13 33
Fax: (0 26 23) 92 13 34
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