Bürgerservice

Bürgerservice

der Verbandsgemeindeverwaltung Wirges

Grußwort des Bürgermeisters


Wieder ein Stück Weg hinter sich lassen.
Zeit, das eine oder andere abzuschließen.
Vergangenes wertschätzen, das Gute weiterleben lassen.
Aus dem Schlechten lernen.
Mit dem kleinen Wort Danke Großes ansprechen und
damit im Guten den Weg nach vorne gehen.

(Monika Minder)



Liebe Bürgerinnen und Bürger,

möge das neue Jahr Ihnen Glück, Erfolg und Gesundheit schenken! Das wünsche ich Ihnen persönlich und im Namen des Verbandsgemeinderates Wirges sowie im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Verwaltung.

Das vergangene Jahr war bewegt. Globalisierung, Digitalisierung und Klimaschutz stellen uns aktuell vor große Herausforderungen und verändern unsere Gesellschaft zunehmend. Von den vielen Ereignissen des vergangenen Jahres möchte ich einige wenige herausgreifen und kurz Revue passieren lassen: Gleich zum Jahresbeginn haben die Menschen in unserer Region mit großer Sorge das Insolvenzverfahren der ViaSalus GmbH zur Kenntnis nehmen müssen.

Eine Schließung der Einrichtung hätte für die Menschen in der Region wesentliche Nachteile in ihrer medizinischen Versorgung. Das Aufsuchen der umliegenden Krankenhäuser würde für die Menschen zu teilweise erheblich längeren Anfahrtszeiten führen, die bei einer medizinischen Notfallversorgung lebensentscheidend sein können.

Gerade für ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen würde dies zu einem nicht hinnehmbaren Verlust existenzieller, lebenswichtiger medizinischer Angebote führen. Die demografische Entwicklung würde diese unzureichende Versorgungssituation in Zukunft noch verschärfen. Mit großer Erleichterung wurde sodann die gute Nachricht über die erfolgreich abgeschlossene Sanierung und anschließende Aufhebung des Insolvenzverfahrens aufgenommen. „Vier Klinik-Standorte, darunter auch das Dernbacher Herz-Jesu-Krankenhaus, die vier Medizinischen Versorgungszentren, die 13 Seniorenzentren und alle anderen ViaSalus-Einrichtungen bleiben im Unternehmen“, berichtete die WWZ im Juli 2019.

Anfang des vergangenen Jahres wurde der Digitalpakt Schule verfassungsrechtlich auf den Weg gebracht.  Das tragende Ziel des DigitalPakts ist es, die infrastrukturelle Basis für die digitale Bildung an Schulen zu implementieren. Dabei sollen die analogen Bildungsangebote durch digitale Inhalte und Werkzeuge sinnvoll ergänzt werden. Für eine zeitgemäße Form des Unterrichtens  zur Erlangung digitaler Kernkompetenzen und einer medienkompetent agierenden Gesellschaft, im Privaten und Beruflichen. Die dafür in den Jahren 2019-2024 zur Verfügung gestellten Bundesmittel für die Schulen in der Trägerschaft der Verbandsgemeinde Wirges belaufen sich auf rd. 494.000€. Davon werden natürlich alle Schulen profitieren. Zunächst einmal bedarf es eines Medienentwicklungsplanes unter Heranziehung der schulinternen pädagogischen Konzepte, um die Mittel überhaupt abrufen zu können. An diesen Konzepten sind wir derzeit intensiv am Arbeiten, sodass die ersten Maßnahmen zur Verbesserung der digitalen Vernetzung an unseren Schulen bereits im laufenden Jahr geplant sind. Der recht komplexe Prozess „Digitalisierung Schule“ kann nicht von heute auf morgen umgesetzt werden und gelingen, dennoch muss er aktiv angegangen werden. Aber auch ohne den Digitalpakt lag und liegt natürlich weiterhin uns die Ausstattung unserer Schulen besonders am Herzen. So haben wir bereits im Jahre 2017  die Grundausstattung der Schulen mit Smartboards abgeschlossen. Die Realschule plus und die drei Grundschulen in der Trägerschaft der Verbandsgemeinde Wirges verfügen derzeit über insgesamt 64 Smartboards. In allen Klassen- und verschiedenen Fachräumen stehen diese für moderne und zeitgemäße Unterrichtsmethoden zur Verfügung. Eine gute Investition in die Zukunft unserer Kinder, wie ich finde.      

Nach einer rund 2-jährigen Planungs- und Umsetzungsphase wurde das bereits in unserer Verbandsgemeinde vorhandene Wanderwegenetz im Frühjahr 2019 um insgesamt 14 Rundwanderwege mit über 140 Streckenkilometern erweitert. Von 4,8 km bis 13,3 km gibt es verschieden lange Wanderstrecken, welche ebenfalls kategorisiert sind in leicht, mittel und schwer. Zur Publikation der neuen Wanderwege wurde eine Wanderkarte aufgelegt, die sich  bei vielen Wanderern aus Nah und Fern einer großen Beliebtheit erfreut. Sogenannte Portalschilder, versehen mit einem QR-Code für das Smartphone zur Erleichterung der Navigation im Gelände, weisen zudem in den jeweiligen Örtlichkeiten auf die neuen Wanderwege hin. Wir sind stolz auf dieses gemeinsame Projekt aller Gemeinden und  freuen uns auf zahlreiche Besucher und Wanderfreunde in der Verbandsgemeinde Wirges.

Im Jahr 2019 waren die Wahlen zu den Vertretungskörperschaften der Gemeinden sowie die Europawahl am 26. Mai 2019 ein bedeutsames Thema. Immer wiederkehrend neugewählt wurden die Stadt-/Ortsgemeinderäte, der Verbandsgemeinderat, der Kreistag, sowie die Stadt- und Ortsbürgermeister/innen. Im Anschluss an die Wahl fanden alle konstituierenden Sitzungen statt und die kommunale Ratsarbeit konnte beginnen. Auch in diesem Jahr möchte ich mich auch im Namen des Verbandsgemeinderates bei vielen Menschen bedanken, die sich ehrenamtlich betätigen und damit einen großen Beitrag leisten für uns alle, damit wir uns in der Verbandsgemeinde Wirges wohlfühlen. Erfreulich war ebenfalls festzustellen, dass der Frauenanteil in der kommunalen Arbeit teilweise deutlich zugenommen hat. 

Am ersten Jahrestag der Heiligsprechung von Katharina Kasper durch Papst Franziskus auf dem Petersplatz in Rom, wurde vom Bistum Limburg ein zu Ehren der Heiligen in Auftrag gegebenes Oratorium mit dem Titel „Beati pauperes“ (Selig den Armen) im Westerwälder Dom in Wirges uraufgeführt. Solisten, Projektchor, Kinderchor und Orchester begeisterten mit ihrer Musik die Zuhörer, in der bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrkirche St. Bonifatius. Dernbacher Schwestern, das Bistum Limburg, die Pfarrei St. Bonifatius sowie viele Gläubige konnten an diesem Tag das unvergessliche einmalige Erlebnis noch einmal Revue passieren lassen. 

Wald im Klimastress. Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, wird sehr schnell bemerkt haben, dass in letzter Zeit  die Zahl der bereits abgestorbenen Bäume in unseren Wäldern rasant zunimmt. Den Wald, wie wir ihn im Westerwald kennen, gibt es nicht mehr. Seit Monaten verlassen fast täglich große Mengen LkW-Ladungen Schadholz den Westerwälder Wald, aber auch im ganzen Bundesgebiet sieht es nicht anders aus. Hitzerekorde, Niederschlagsdefizite, Sturmwurfereignisse und die Borkenkäferplage setzten dem Wald massiv zu. Besonders die Fichte  reagiert sensibel auf Klimaveränderungen und steht daher im Focus des Waldsterbens, welches wiederum Auswirkungen u.a. für den Artenschutz, Klimaschutz,  sowie Erholungsfunktion nach sich zieht. „Die Wiederbewaldung wird für die Waldbesitzer  für die nächsten Jahrzehnte zu einer generationenübergreifenden Mammutaufgabe“, so machte der Forstamtsleiter Neuhäusel Herr Ritter uns deutlich.

International und innerpolitisch scheint die Lage verfahrener denn je. Ein nicht enden wollender Brexit, Thomas Cook Pleite, Klimaschutzdebatten, Nullzins-Finanzpolitik, wiederaufflammender Konflikt in Syrien,  gewalttätige Ausschreitung in Chile, Venezuela und Iran, rechtsextremistische Attentate auf Synagogen und Moscheen, und nicht zuletzt die Studentenproteste in Hongkong sind nur wenige Themen, die Grund zur Besorgnis geben.

Mit Zuversicht blicken wir dennoch in die Zukunft. Unser Haushalt 2020 ist geprägt von den Bau- und Ausstattungskosten der neuen Verwaltungsräume „Neue Mitte“ und größten Investitionen für den Bereich der Feuerwehren und Schulen.  Veranschlagt sind die Bau- und Planungskosten für den Anbau des Feuerwehrgerätehauses in Mogendorf und den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Leuterod  sowie Ersatzbeschaffung von Feuerwehrfahrzeugen. Den Baukosten für den Erweiterungsbau der Grundschule in Siershahn, den Planungskosten für die Sanierung der Schulturnhalle in Siershahn und die Dachsanierung der Schulturnhalle  in Dernbach. Weiter sind investive Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Digitalpakt Schule vorgesehen. Daneben sind vielfältige  Gebäudeunterhaltungen zu erfüllen. Trotz der hohen Investitionsauszahlungen ist erneut keine Neuverschuldung erforderlich. Ganz im Gegenteil, der Schuldenabbau wird durch ordentliche Tilgungen und durch Sondertilgungsleistungen weiter vorangetrieben.

Gemeinsam mit Ihnen werden wir auch 2020 schwierige Aufgaben anpacken und uns weiter entwickeln. Wir freuen uns darauf.

 

Ihr
Michael Ortseifen
Bürgermeister