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ortsgemeinde leuterod

Totensonntag


Die jungen toten Soldaten sprechen nicht.
Aber man hört sie in stillen Häusern:
Wer hat sie nicht gehört?
Sie haben ein Schweigen, das spricht für sie,
nachts, wenn die Uhr schlägt.
Sie sagen: Wir waren jung.
Wir sind gestorben. Denkt an uns.
Sie sagen: Wir haben getan, was wir konnten,
aber bevor es vorbei ist, ist es nicht getan.
Sie sagen: Wir haben unser Leben gegeben,
aber bevor es vorbei ist, kann keiner wissen,
was unsere Leben gaben.
Sie sagen: Unser Tod ist nicht unser -
Er ist euer. Er wird bedeuten, was ihr daraus macht!
Sie sagen: Ob unser Leben und Tod für Frieden war,
und für neue Hoffnung,
oder für nichts,
können wir nicht sagen, denn ihr müsst es sagen.
Sie sagen: Wir lassen euch unsere Tode,
gebt ihnen Sinn.
Wir waren jung, sagen sie.
Wir sind gestorben.
Denkt an uns.
⦁    MacLeish, ins Deutsche übersetzt von Erich Fried)


Mit unserem jährlichen Gedenken an die Opfer und Vermissten der beiden Weltkriege am Totensonntag wollen wir dazu beitragen, dass das sinnlose Sterben und Leiden von Millionen von Menschen nicht umsonst war. Es soll für uns alle Mahnung sein, immer und überall für den Frieden einzutreten.

In diesem Jahr kann unsere Gedenkfeier am Ehrenmal wegen besorgniserregender Infektionszahlen und aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus nicht stattfinden. Einen Kranz werde ich trotzdem niederlegen und im Gedenken an die Toten und Vermissten unseres Dorfes ein Licht anzünden.

Heidi Perpeet
(Ortsbürgermeisterin)