Bannberscheid

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Nachlese Puppentheater Tearticolo in Bannberscheid


Zu dieser Veranstaltung konnten mehr als 100 große und kleine Zuschauer sowie ein überglücklicher Künstler in Person von Herrn Matthias Träger vom „Tearticolo – Theater mit Figuren“ begrüßt werden, der nach fast 1,5 Jahren Zwangspause erstmalig wieder seinen Utz aufführen konnte.

Tearticolo ist ein Kunstwort, welches sich aus den drei italienischen Begriffen »Teatro« für Theater, »Arte« für Kunst und »Piccolo« für Klein zusammensetzt. Man könnte den Begriff frei mit Kleinkunsttheater übersetzen.

Dieses Figurentheater, ursprünglich aus Bremen, danach in der Toskana und jetzt in Klotten an der Mosel, bietet Theaterstücke für Kinder und für alle, die mal Kinder waren und das noch nicht vergessen haben. Es bietet ein mobiles »Ein-Personen-viele-Figuren-Theater« mit einem vielfältigen Repertoire von Kinderstücken für die ganz Kleinen und die etwas Größeren.

Hinter der Person von Matthias Träger verbirgt sich ein freiberuflicher Puppenspieler und Figurenbildner, der seit 1985 über Bremen, Paris, Perugia jetzt in der alten HIFA-Strickwarenfabrik in Klotten/Mosel gelandet ist und nunmehr in Bannberscheid gastierte.

Dargeboten wurde die Geschichte vom Ritter Utz, dem Unglücksritter.

 


 

Utz war anders: Ein kleiner armer Ritter in einer viel zu großen Rüstung, der nichts besaß außer seiner Hängematte und seinem treuen Pferd Rosswitha. Eines Tages beschließt er in die Welt zu ziehen, um vielleicht doch irgendwo ein wenig Glück zu finden. Aber das Pech scheint ihm an den Füßen zu kleben. Selbst als er es schafft einen prächtigen Goldschatz zu finden, währt seine Freude nur kurz, denn damals waren die Wälder voll mit gefährlichen Raubrittern und gefräßigen Drachen …

Und obwohl für Utz alles schiefgeht, stürzt er sich immer wieder, trotzig und unbeirrbar, in das nächste Abenteuer – in das nächste Unglück.

Wie er trotzdem alles erreicht wovon er geträumt hat und wie er lernt, dass das Glück manchmal ganz anders aussieht, als man es erwartet, davon handelte die Geschichte.

 


 

Lustvoll wurde nicht nur mit Marionetten gespielt, sondern auch mit allerhand Küchengeräten. Da wurden Teesiebe und Kuchengabeln zu Riesenmücken, Trichter zu Fanfaren und eine Kartoffelpresse zum gefährlichen Drachen Güldenzahn.

Auch der alte Nähmaschinentisch hatte es in sich. Er knarzte und ächzte, wenn sich die Rückwände als Burgtor öffneten, sich zum Schlossturm ausklappten oder wenn Utz und Rosswitha klappernd im mechanischen Hufschlagtakt zu reiten begannen.

Live untermalt wurde das Ganze mit den unterschiedlichsten Instrumenten, wie Kazoo, Mundharmonika, Schellen, Rasseln, Lockpfeifen, Kastagnetten und einem Dudelsack. Kurzum es war ein Spaß für die ganze Familie, die zum Schluss den Künstler mit langanhaltendem Applaus verabschiedeten.

Alle Besucher waren einhellig der Auffassung, dass eine solche Aufführung, natürlich mit anderem Programm, baldmöglichst nochmal angeboten werden soll.

Abschließend konnten sich etliche der kleineren Besucher noch von dem tollen Angebot unserer Bücherei überzeugen. Dabei konnte der ein oder andere künftige Nutzer dazu gewonnen werden.

Ich bedanke mich bei den Helfern aus dem Kreis der Gemeinderatsmitglieder ohne die eine solche Veranstaltung, insbesondere unter Berücksichtigung der Corona-Auflagen nicht möglich gewesen wäre.

 

Georg Holl, Ortsbürgermeister